Wir begeben uns nun mit dem Auto auf den Weg zur Hauptstadt Serbiens, die flächenmäßig übrigens größer ist als München.

Was hier sofort ins Auge fällt, ist die andere Schrift. Hier steht alles auf kyrillisch geschrieben (meist mit dem Wort in lateinischer Schrift direkt darunter, also kein Problem für die, die es nicht lesen können).
Was auch sofort bei Einfahrt auffällt, ist der Verkehr. Du fragst dich erstmal, ob du gerade die Hauptstoßzeit erwischt hast und der komplette Balkan sich an dem einen Tag gedacht hat: “Och, fahren wir doch heute mal nach Belgrad..”, dabei ist das eigentlich noch gar nichts. Erleb erstmal, die Hauptstoßzeit und du wirst sehen, es geht noch voller.

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Auf dem ersten Blick erkennst du noch eine dritte Sache: Die Stadt ist wirklich wunderschön. Ich muss sagen, mit irgendwelchen Gebäuden kriegst du mich jetzt nicht so leicht begeistert, doch diese hier sind alle so schön, dass du ins Staunen versetzt wirst. Erinnert mich so ein wenig an meine Vorstellungen von St. Petersburg oder so. Schöne Säulen, verschnörkelte Verzierungen und Statuen schmücken die Häuser und zwischendurch kommt immer wieder ein kleiner Park. Neben zahlreichen kleineren orthodoxen Kirchen steht hier auch die wohl wichtigste und schönste Kirche, die Kathedrale Hl. Sava.

Ein elfenbeinfarbenes Gebäude mit großer grüner Kuppel und goldenen Kreuzen auf den Spitzen. Was jetzt hier an der Stelle unser Pech war, ist dass sie von innen gerade renoviert wurde und die gesamte bunte Bemalung nicht zu sehen war. So ein Pech..

Weiter geht es in Richtung Stadt. Hier ist es übrigens herrlich, mit dem Taxi zu fahren, denn die Preise erinnern an die guten alten Zeiten, wo die Welt noch in Ordnung war und du für eine Taxifahrt nicht dein halbes Portmonee leeren musstest.
Essen gehen ist hier aus dem gleichen Grund eine große Freude, denn zu zahlst für sehr sehr gute Portionen und vor allen Dingen ein hervorragendes Geschmackserlebnis vergleichsweise nichtmal die Hälfte des Preises, wie bei uns.
In der City findest du das Restaurant “Vuk”. (Der Name kommt hier von einem der wichtigsten Männern Serbiens: Vuk Karadžić, der der wichtigste Sprachreformer der serbischen Schriftsprache war.) .

Hier begibst du dich in ungezwungene Atmosphäre und kannst echte Balkanspeisen genießen, die wirklich wie von Mutti gemacht schmecken. Von einer Mutti, die extrem gut kochen kann. Nimm dort eingewickelte “Sarmice” und/oder gebackenes Fleisch mit gebacken Kartoffeln. Du wirst dein Glück kaum fassen können.
In Belgrad gibt es kein Nichtrauchergesetz. Habe mich auch dadurch in die alte Zeit zurück versetzt gefühlt und dieses Feeling irgendwie genossen auch wenn ich es am Abend gleichzeitig wieder verflucht habe. Hier sitzen Jung und Alt zusammen und es ist balkantypisch laut. Wer das nicht mag, hat hier generell nichts zu suchen, denn die Jugos sind laut und herzlich und das ist wirklich liebenswürdig.

Mit vollem Bauch schlendern wir durch die Stadt und gönnen uns noch an irgendeiner Ecke Pfannkuchen mit Nutella und “Plazma”.
Merke: Plazma ist eine Art Butterkeks, welcher zerbröselt über alle Arten von Dessers gegeben wird, oder auch morgens über ein wenig Yoghurt eine sehr runde Sache ergiebt. Auch gut zum Mitbringen. Gibt es im Supermarkt in typischer Keksform oder zerbröselt zu kaufen (Auch sehr sehr gut, also wirklich süchtigmachend sind “Wellness-Kekse” in Geschmacksrichtung Zitrone. Ich schmeiß das jetzt einfach nur mal so in den Raum..).
Was du du hier noch machen solltest, ist Kaffee trinken. Es gibt tollen Kaffee und zahlreiche sehr schön eingerichtete Cafés, die du beim Spaziergang durch die Stadt entdecken wirst.
Der Stadtteit Dorčel ist prädestiniert dafür. Auf der Straße Strahinjica Bana sind die allerschönsten.

Bei schönem Wetter solltest du auf jeden Fall einen Spaziergang im “Kalemegdan” machen. Innerhalb dieser Festungsmauern findest du einen Park, einen Zoo, ein Restaurant mit toller Terasse, ein Militärmuseun, kleinere Kirchen und vor allem aber den schönsten Blick auf die ganze Stadt. Sehr romantisch und idyllisch. Das Geschichtliche lässt du dir besser vor Ort erzählen.

Nachdem du deine ganzen Kalorien beim Spaziergang wieder verloren hast, solltest du natürlich schleunigst wieder zusehen, dass du sie dir wieder zuführst, was aber wirklich nicht schwer ist.
Reservier vorher schon im Restaurant “Franš” und wenn du mit dem Auto hin fährst, hälst du direkt vor dem Laden und gibst deinen Schlüssel ab. Hier wird für dich geparkt und hier fühlst du dich verflucht nochmal wie ein König. Während man die Treppe runter läuft, kann man schon den wunderschönen Garten sehen. Es ist hier sehr romantisch, urig, gleichzeitig edel ohne Ende und wiederum gemütlich wie zu Hause. Das muss man erlebt haben. Du solltest die Kalamari am Spieß erlebt haben. Sie sind ein Genuss. Das Gemüse, worauf sie schlummern – ein Traum. Was hier aber das allergeilste ist, und das habe ich noch nie irgendwo gesehen, das WC.
Du kommst rein, prunkvoll eingerichtet, im Waschbecken so ein Bananenblatt oder sowas Ähnliches und frische Rosenblätter drumherum. Am Spiegel stehen alle Dinge, die man so braucht: Kaugummis, Haargummis, Zahnbürsten und eine Handcreme. Gegenüber kannst du dich auf einen königlichen Stuhl setzen und dir erstmal entspannt ein Glässchen Champagner gönnen. Dabei kannst du, im in der Wand eingearbeiteten Fernseher, Musikvideos schauen. Alle paar Minuten kommen hier die Frauen rein und fotografieren. Ich mache das Gleiche.
Das muss man wirklich gesehen haben.

Wir wohnen übrigens hier:
Despota Stefana 22, 11000 Beograd… Stari grad/ cosak Skadarlija
Es gibt hier drei Appartemets zur Auswahl. Sind über Vitamin B da dran gekommen, also gibt es da nicht wirklich eine richtige Seite, aber
Infos gibts hier: aleksapavlovic11@gmail.com

Wärmstens zu empfehlen, da es sehr sauber, geschmackvoll eingerichtet und vor allem die allerbeste Lage hat. Von hier aus kannst du zu Fuß nahezu überall hin.

Zum Beispiel hier hin:
Nachdem du dich schick gemacht hast und auch hier am besten den Tisch vorreserviert hast, läufst du die High-Heel-unfreundliche, aber traumhaft schöne Straße runter bis zum Restaurant “Mali vrabac”.
Je größer die Clique ist, umso mehr Spaß hast du hier. Hier erwartet dich unter anderem natürlich wieder sehr gutes Essen, aber vor allem eine tolle Atmosphäre durch diese Liveband, die hier jeden Abend spielt und mit Harmonika und Tuba zwischen die sitzenden Gäste geht und alte serbische Volkslieder spielt. Der ganze Laden singt hier mit und die Menschen lachen und haben einfach Spaß. Spätestens hier packt dich dann das Balkanfeeling.

Wenn du hier nicht sogar komplett hängen bleiben solltest, geht es die Straße einfach weiter runter zu zahlreichen Cafes, die in der Nacht zu Clubs werden. Tolle Locations, tolle Musik und Party bis zum nächsten Morgengrauen.
Wenn du dann immernoch nicht genug hast, lässt du dich zu den “Splavovi” fahren. Clubs mit Toller Live-Jugo-Musik. Unser Favorit hier: Hua Hua. Hier hörst du sensazionelle Stimmen und feierst mit den Einheimischen bis der Arzt kommt.

Unser Wochenendtrip endet hier und unser Fazit ist:
Sollte man unbedingt mal gesehen haben!
We love Belgrade ❤️