Vorher…

Leute, wie ihr sicherlich mittlerweile mitbekommen habt, liebe ich schlafen. Schlafen. Schlafen. Schlafen. Als also Lena und Ilo auf die glorreiche Idee kamen, den Adams Peak in aller Herrgottsfrühe aufzusteigen, überlegte ich schon verzweifelt, wie ich aus der Nummer raus käme. Dennoch führte kein Weg daran vorbei. Meine alltägliche Frage “wann müssen wir denn aufstehen?” wurde mir mit 2:00 Uhr nachts beantwortet. Wie unchristlich. Sicherlich könnt ihr euch meine Begeisterung und die dazugehörige Mimik vorstellen. Aber es hilft alles nichts, wenn man den Sonnenaufgang sehen möchte, muss man eben mitten in der Nacht los.

Da das Wort Schlafrhythmus während Urlaubs oder Semesterferien ein Fremdwort ist, drückten wir natürlich nur ein paar gefühlte Minuten die Augen zu. Tatsächlich gingen wir dann gegen drei Uhr nachts mit einer Tasche voll energiereichem Proviant (Schokokekse, Zitronenkekse, Butterkekse) und Lenas praktischer Kopflampe (ein Must-Have!) los. 

Der Aufstieg

Der Adams Peak sieht im Dunkeln noch viel riesiger aus, als er ohnehin schon ist. Im Halbschlaf lachten wir uns noch über die ersten Treppenstufen kaputt. Nach ca. einer Stunde Aufstieg war das ganze dann nicht mehr so witzig. Linker Fuß, rechter Fuß und so weiter. Manche der tückischen, steinernen Stufen sind einen halben Meter hoch und gefühlt nimmt jede eine neue Form an. Mal steil, eng, mal uneben oder komplett kaputt. Why not. Damit man heil oben ankommt, muss man also ein meisterliches Koordinationstalent am frühen Morgen aufbringen. Abgesehen davon fühlt man sich wie ein Spitzensportler, wenn man die Senioren, die mühsam ihre Beine seitwärts die Treppen hinaufheben oder die Mütter, die ihre Kinder auf dem Arm hinauftragen, beobachtet. 

Selbstfindung?

Wenn ihr denkt, ihr werdet euch auf diesem Weg selbst finden und euch tausende Fragen über euer Leben stellt, habt ihr euch geschnitten. Die einzige Frage, die ihr euch 2,5 Stunden lang stellt, ist: “Wann sind wir endlich da?”, oder wenn ihr Lena heißt: “Was essen wir an der nächsten Station?”.

5200 Stufen später

Endlich oben angekommen und in einem riesigen Gedränge einen Platz an der Front erkämpft, warteten wir noch voller Spannung eine halbe Stunde bis zum Sonnenaufgang. Als der Himmel begann, sich zu färben und das Naturschauspiel seinen Lauf nahm, vergaßen wir unsere betäubten Beine und genossen jede Sekunde mit einem Gänsehaut-Feeling. Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte das tun!

Der Abstieg

Jetzt noch schnell runter und dann ab ins Bett! Ach nee, sind ja noch zwei Stunden abwärts, ein paar Langsam-Latscher und Im-Weg-Rumsteher und zu guter letzt wartete das Taxi schon auf uns, um uns direkt nach Sinharaja zu bringen. War wohl nichts mit schlafen.

Ein kleiner Stau auf dem Rückweg